Öffentliche Theologie

Öffentlichkeit (Kirche und Öffentlichkeit)

Die jüdisch-christliche Kultur basiert auf der gesellschaftlichen Öffentlichkeit als Ort der Aushandlung religiöser und politischer Fragen sowie Konflikte und der öffentlichen Debatte über die Konsequenzen, die religiöse Grundsätze auf politisches Handeln haben sollten.

Ethik in der Arbeitswelt

Die evangelische Kirche fand auf die soziale Frage des 19. Jahrhunderts keine hinreichende Antwort. So lehrt es die neuere Kirchengeschichtsschreibung. Die rasante Veränderung Europas durch die Industrialisierung wurde als Armutsproblem verkannt. Eine in den Kategorien des landeskirchlichen Kirchenregiments denkende und an den Seelsorgemethoden des Dorfpfarramts orientierte evangelische Kirche stand den Menschenmassen in den rasch wachsenden Großstädten und der sich entwickelnden Arbeiterkultur zunächst hilflos gegenüber.

Zivilreligion

Der Begriff Zivilreligion wird auf Jean-Jacques Rousseaus „religion civile“ zurückgeführt (grundlegende Informationen s. Schieder 1987 u.ö.; Vögele 1994). „Religion civile“ meint, dass das Gemeinwesen ein Interesse an religiösen Gehalten hat, die sich auf die Pflichten der Bürger gegenüber dem Staat beziehen und diese fundieren (Rousseau 1996:184). Die eigentliche Debatte hat erst der Soziologe Robert N. Bellah mit seinem Aufsatz „Civil Religion in America“ im Jahr 1967 ausgelöst.

Öffentliche Theologie

Für den deutschsprachigen Raum einschlägig hat Wolfgang Vögele Öffentliche Theologie als „die Reflexion des Wirkens und der Wirkungen des Christentums in die Öffentlichkeiten der Gesellschaft hinein“ definiert, was die „orientierend-dialogische Partizipation an öffentlichen Debatten“ einschließe (Vögele 1994: 421f.). Nach diesem Verständnis bedenkt Öffentliche Theologie also nicht nur die Beziehung zwischen der Institution Kirche und dem Staat.

Ethik des Journalismus

Die Ethik des Journalismus, oder auch journalistische Berufsethik, ist ein Teilbereich der umfassenderen *Medienethik, teilweise geht sie jedoch darin auf: "Wenn von Medienethik die Rede ist, dann ist damit in der überwiegenden Zahl der Fälle journalistische Ethik gemeint." (Schicha 2010: 258). In der Tat bestehen zu anderen Teilbereichen der Medienethik enge Überschneidungen: etwa zur Bildethik, bezogen auf den Foto- und TV-Journalismus oder zur Unternehmensethik im Bereich der Massenmedien.